TuS Willebadessen: Im März gewählter Vorstand des Traditionsvereins meistert schwierigen Start. Führungsteam ist bis auf Tobias Jeziorek komplett neu. Vereinsgeschicke werden mit Videokonferenzen gelenkt. Beachvolleyballfeld soll erneuert und Boulebahn gebaut werden.

Bis auf Tobias Jeziorek wurden am Freitag, 13. März, alle Vorstandsmitglieder des Traditionsvereins neu gewählt. Den Start hatte sich das junge Führungsteam um Vorsitzenden Jonas Franke anders vorgestellt. „Doch wegen der Covid-19-Pandemie ist die aktuelle Vorstandsarbeit sehr erschwert“, weist er darauf hin, dass schon die im Vorfeld geplanten Treffen zur Übergabe der Vereinsunterlagen nach der Generalversammlung nicht wie gewohnt stattfinden konnten. Auch können sich die Vorstandsmitglieder und Abteilungsleiter nicht im Sportheim versammeln, um Dinge zu besprechen. So gehen die Rot-Weißen neue Wege der Kommunikation.

„Die Vorstandssitzungen werden per Videokonferenz abgehalten“, berichtet Franke, der seit der Kindheit TuS-Mitglied ist. „Im Vorfeld war eine gute Planung notwendig. Damit alle Vorstandsmitglieder von zu Hause aus teilnehmen können, ist ein Online-Sharepoint eingerichtet worden“, führt der 29-jährige Ingenieur aus, der als Projektleiter in Lengerich arbeitet und in Paderborn wohnt.

Technisch ist alles gut gelöst. Der neue Online-Aktenschrank ermöglicht auch eine simultane Bearbeitung von verschiedenen Dateien wie Protokollen, Verträgen und Mitteilungen. Was fehlt, ist der persönliche Kontakt. „Dadurch geht vielleicht mache spontane Idee verloren“, sagt Franke. Er merkt aber gleich im nächsten Satz an, dass sich dies durch eine kompakte und strukturiertere Arbeit ausgleichen lasse. „Wichtig ist, dass die Themen im Vorfeld der Videokonferenzen festgelegt werden. So kann sich jeder darauf vorbereiten“, betont der BVB-Fan.

Bei seiner Wahl hatte er hervorgehoben, dass der TuS ein Breitensportverein ist und es deshalb wichtig sei, dass alle Abteilungen im Vorstand vertreten sind. „Dies ist mit der neuen Zusammensetzung gelungen. Teamarbeit ist für uns ein Muss“, betont Jonas Franke, der mit seiner Wahl zum Vereinschef in die Fußstapfen seines Vaters getreten ist. Horst Franke war von 2010 bis 2014 Vorsitzender der Rot-Weißen. Danach fungierte er bis 2016 als zweiter stellvertretender Vorsitzender.

„Der TuS will mit seinen sportlichen Angeboten in den Abteilungen Turnen und Gymnastik, Volleyball, Fußball und Dart große Teile der Bevölkerung ansprechen und diese motivieren, sich am Vereinsleben zu beteiligen“, sagt Jonas Franke stellvertretend für den Gesamtvorstand. Zur Zeit stehen drei Projekte im Vordergrund. Auf dem Sportplatzgelände wird eine neue Beachvolleyballanlage gebaut. Daneben entsteht ein Bouleplatz und der alte Sandkasten für Kinder wird grundlegend erneuert. „Wir möchten, dass die Eggekampfbahn ein Treffpunkt für junge und ältere Sportinteressierte wird“, sagt das Führungsteam.

Die Vorstandsarbeit läuft. Ebenso wie die Planung der neuen Felder für Boule und Volleyball werden zum Beispiel aktuelle Renovierungsarbeiten und die Platzpflege in unterschiedlichen Whatsappgruppen geplant und koordiniert. Das Führungsteam ist sich einig, zeigt Entschlusskraft und Handlungsstärke. Erste Entscheidung im sportlichen Bereich war (wie in der Osterausgabe berichtet) der Trainerwechsel im Fußball. André Hillebrand löste beim Tabellendritten der B-Liga Süd Michael Scheele ab.

Während der Generalversammlung hatte sich das neue Führungsteam bei den anwesenden Mitgliedern des alten Vorstandes und vor allen Dingen beim langjährigen Vorsitzenden Jürgen Kusch für die geleistete Arbeit bedankt. Kusch lenkte von 2014 bis 2020 die Vereinsgeschicke. Davor war er vier Jahre erster stellvertretender Vorsitzender. Als Anerkennung wurden Präsente überreicht. „Der vorherige Vorstand wurde mit herzlichem Beifall verabschiedet“, beschreibt Jonas Franke, der am 13. März ebenso wie die meisten Menschen noch nicht an die einschneidenden Entwicklungen der Corona-Krise gedacht hat.

„Zusammenhalten ist nötig. Der TuS 1910 Willebadessen hat deshalb ein öffentliches Zeichen gesetzt“, weist Jonas Franke darauf hin, dass in einer Videokonferenz die Idee entstanden ist, ein Banner an der Sportanlage zu platzieren. „In der Corona-Krise Zusammenhalt. Wir danken allen, die helfen und weiterhin die Grundversorgung aufrecht erhalten“, steht darauf – eingerahmt von zwei Vereinswappen – in weißer Schrift auf rotem Untergrund.

„Corona macht vor niemandem Halt, weder vor Stadtgrenzen, noch vor Vereinsfarben. Corona betrifft uns alle“, sagt Jonas Franke, dass sich der Vorstand nach der Eindämmung der Pandemie eine Rückkehr zur Normalität wünscht, um wieder gemeinsam Sport zu treiben und gesellige Sommertage auf der Eggekampfbahn zu verbringen. Mindestens bis dahin plant und tagt das neue Führungsteam des TuS weiter in Videokonferenzen. Manche der neuen Kommunikationswege werden sicher beibehalten. Sie haben sich in den ersten Wochen der Amtszeit bereits bewährt.

Quelle: Westfalen-Blatt/Neue Westfälische vom 25.04.2020